Tech2Peace, eine innovative israelisch-palästinensische NGO

6.Shevat 5781

Israel ist ein sehr junges Land. 1948 gegründet, hat es sich seither von einem Wüstenstaat zu einem High-Tech Land entwickelt. Zum Jahreswechsel 2020/21 lebten hier 9.279.4 Millionen Menschen.

Ende 1948 lag die Bevölkerungszahl bei 176.000 Arabern und 758.000 Juden, also einem Total von 934.000. Innerhalb von nur 72 Jahren hat sich die Zahl der in Israel Lebenden also verzehnfacht. Ende des Jahre 2019 (das sind die letzten verfügbaren detaillierten Statistiken beim statistischen Zentralamt) lebten hier 448.300 Menschen, die den Gruppen der Tscherkessen, Baha’i, Drusen, Christen und Domari zugeordnet werden, 1.919.000 Araber und 6.773.200 Juden. Das Total lag mit 9.140.500 nur um 138.900 unter dem Wert von 2020.

Im gleichen Erfassungszeitraum waren 3.914.400 Menschen zwischen 0 und 24 Jahre alt, d.h. bis zu dem Zeitpunkt, an dem die meisten Israelis sowohl ihre Schule als auch den Militärdienst abgeschlossen haben. Sofern sie nach dem Militär ein Universitätsstudium aufnehmen, sind sie in dem Alter dort ebenfalls zumeist im zweiten Studienabschnitt oder in der Abschlussphase. Danach stehen sie dem Arbeitsmarkt zur Verfügung.

1.038.100 Menschen lagen in den Altersgruppen zwischen dem 65 und dem 95 Lebensjahr (wobei noch stolze 13.400 Personen über 95 Jahre leben!)

Israel ist also ein recht junges Land, auch was die Alterspyramide angeht.

Die politische und wirtschaftliche Hoffnung des Landes liegt bei den jungen Menschen. Irgendwann in den kommenden 5 – 10 Jahren werden alle die, die gerade in den Arbeitsprozess eintreten oder ihre Studien beenden, in massgeblichen Positionen zu finden sein. 

Im Jahr 2017 wurde eine israelisch-palästinensischen NGO gegründet, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, High-Tech mit Krisenmanagement, Kommunikation und sozialen Vernetzungen für junge Menschen aufzubauen. In jeweils 2-wöchigen Kick-Off Seminaren erlernen die Teilnehmer grundlegendes Wissen in diesen Bereichen. Ihr Ziel ist es, die friedliche Koexistenz zwischen Palästinensern und Arabern zu verbessern, zwei Gruppen, die sich, wie Teilnehmer der Seminare sagen, vorher kaum getroffen haben. 

Sie kannten sich nur aus den Medien, den oft mit Vorurteilen behafteten Stereotypen und falschen Vorstellungen. Absolventen der Seminare sollen als Multiplikatoren ihren neuen Erfahrungen in ihrem Lebensumfeld wirken.

Während der Seminare leben die Teilnehmer, jeweils 15 Israelis und 15 Palästinenser zusammen in einem Gästehaus in Jisr az-Zarqa in unmittelbarer Nachbarschaft von Caesarea, oder in Yerucham, einer Kleinstadt in der Negev Wüste.

Jeder sucht sich ein Projekt aus, an dem er während der zwei Wochen arbeitet. Projekte stehen unter anderen aus den Bereichen Programmieren, 3-D Design und Druck, Webseiten Entwicklung,  Entwicklung von Apps, künstliche Intelligenz und Bearbeitung von Videos zur Verfügung. 

Im vergangenen Jahr entwickelten Ya’ara von Givat Ada und Zafer aus Nablus eine App, die die Kommunikation zwischen Krankenhäusern in Judäa und Samaria bzw. in Israel, dem Magen David Adom und dem Roten Halbmond zu verbessern. Seit die App e Magen David Adom und dem Roten Halbmond zu verbessern. Seit die App zur Verfügung steht, ist der Transport von Kranken zwischen den Gebieten und Spitälern wesentlich einfacher geworden, weil auf diesem Weg Nachrichten und u.U. lebenswichtige Hintergrundinformationen problemlos ausgetauscht werden können. 

Parallel dazu begleiten zwei Tutoren, ein Israeli und ein Palästinenser, beide mit jahrelanger Berufserfahrung das Kommunikationstraining. Hierbei geht es darum, Narrative der beiden Gruppen kritisch anzuschauen und vielleicht auch zu korrigieren. Aber auch darum, über persönliche Erfahrungen zu sprechen.

Selbstverständliche gibt es auch unterschiedliche gemeinsame Freizeitaktivitäten, Kultur, Sport, Natur. Gastredner referieren regelmässig über Social Media, technische Innovationen und Pressearbeit. 

Befragt auf die für sie wichtigen Erkenntnisse sagten 43.3 % der Teilnehmer, dass sie ohne die Teilnahme an einem Seminar nicht auf die Idee gekommen wären, die «andere Seite» kennenlernen zu wollen. Weitere 47.9 % gaben an, bereits einige Versuche unternommen zu haben. Unsicher waren sich 8.8 %. Dass neue Freundschaften entstanden waren, sagten 96 %,  die Ergebnisse mit ihren Freunden und Familien teilen wollten 82.4 %.



Kategorien:Israel, Politik

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