Terror gegen Israel

20. Adar 5781

Seit gestern scheinen sich die Verdachtsmomente immer mehr zu verdichten, dass es ein vom Iran angeheuertes Schiff war, das die Umweltkatastrophe an den Küsten Israels verursacht hat. In voller Absicht, um dem Land den grösstmöglichen Schaden zuzufügen. Das ist nichts anderes als Terror. Terror gegen die Natur. Terror gegen die Wirtschaft. Terror, wenn auch indirekt, gegen Menschen.

An den Untersuchungen des Falles sind das israelische Umweltministerium, das Umweltschutzamt der Marine und Windward. Die zur Verfügung gestellten Materialien stammen unter anderem von U.S.’s National Oceanic and Atmospheric Administration und  der «Europäischen Agentur für die Sicherheit des Seeverkehrs».

Am 17. Februar, nach einem starken stundenlangen Sturm traf der Teer auf israelische Strände. Von der Grenze zum Libanon bis wenig nördlich von Gaza waren alle Strände betroffen. Seither versuchen Freiwillige unter Anleitung von Fachleuten, aber auch die IDF, den Teer so gut es geht zu entfernen. Es ist eine Arbeit gegen die Zeit. Sobald es wärmer wird, schmilzt der Teer und sinkt noch weiter in den Sand ein. Noch immer schwimmen grosse Ölmengen auf dem Meer. Je nach Windstärke und Windrichtung werden sie entweder Richtung Süden, nach Ägypten, oder wieder in Richtung israelischer Grenze treiben. Seit dem 22. Februar sind auch einige Strände des südliche Libanon von der Verseuchung betroffen. Das Umweltschutzministerium untersuchte sofort die ersten Teerklumpen, und stellten fest, dass die Verseuchung durch Rohöl verursacht worden war. 

Unmittelbar nach dem Bekanntwerden der Katastrophe wurde eine völlige Nachrichtensperre verhängt. Durchaus verständlich, um die Terroristen nicht zu warnen. 

Zunächst waren vier Schiffe in den Fokus der Untersuchungen gerückt, zwei schieden aus, nachdem sie zum fraglichen Zeitpunkt nicht in der Nähe des bekannten Ortes waren. Zwei weitere Schiffe wurden in Spanien und Griechenland untersucht, schieden dann aber auch aus. 

Somit blieb nur mehr ein Schiff, auf das sich nun alle Untersuchungen konzentrieren. Der Rohöltanker «Emerald» ist ein Tanker, der einer libanesischen Reederei gehört, aber unter panamaischer Flagge segelt. Auf Grund seines Alters und vielleicht auch seines technischen Zustandes ist er in europäischen und US-amerikanischen Häfen nicht zugelassen. Laut der zur UNO gehörenden International Maritime Organization soll Ende 2020 der Eigener des Schiffe ein auf den Marshall Inseln ansässiger Reeder sein.

Auf ihrer Segelroute vom Iran nach Syrien schmuggelte die «Emerald» wahrscheinlich 120.000 Tonnen Rohöl.

Am 17. Januar wurde der Tanker in Kharg Island gesichtet. Vom Ölterminal der kleinen Insel aus werden 98 % des iranischen Ölexports abgewickelt. Die Insel liegt etwa 30 km vor dem Festland und strategisch günstig in der Nähe von Erdölfeldern.

Die Route der Emerald vom Iran nach Syrien © WindWard

Auf ihrem gesamten Weg zwischen dem Iran und Syrien hatte die «Emerald» ihren Transmitter, die automatische Identifikationsanlage ausgeschaltet. Nur während der Passage des Suezkanals war der Transmitter für wenige Stunden eingeschaltet. Auch die Rückfahrt erfolgte sozusagen unter einer Tarnkappe. 

Ein anderes Bild, das vom Ministerium freigegeben wurde, belegt, dass bei einem Stop vor der syrischen Küste am 14.Februar der Tiefgang von –14.3 m auf – 8.5m gestiegen war, ein deutliches Zeichen, dass auf offenem Meer die Fracht in ein anderes Schiff gepumpt wird. Das zweite Schiff wurde als die «Lotus», einem syrischen Tanker unter iranischer Flagge identifiziert. Die Bilder stammen von TankerTrackers.com und wurden von dort an das Umweltministerium weitergeleitet. Die Lotus lieferte das Rohöl am 22. Februar in Baniyas (Syrien) ab, während die «Emerald» wieder in den Iran zurücksegelte. Hier der Bericht über den Verlauf der Fahrt. 

Während Umweltministerin Gila Gamliel davon ausgeht, dass es sich um eine Terrorattacke handelt, schwächt Ori Disatnik, der ehemalige Leiter der israelischen U-Boot Abteilungen ab. «Das sieht gar nicht nach Terror aus.» Er sagte, dass jeder, der eine Terrorattacke begeht, sich möglichst schnell in Sicherheit bringt, und nicht, wie in diesem Fall geschehen, noch einige Zeit in den Gewässern bleibt. Auch der geringe Anteil von weniger als 1% der Gesamtladung sei ein Zeichen, dass es sich wohl eher um einen Unfall gehandelt hätte.

Aber wäre im Falle eines Unfalls der Verantwortliche nicht sofort bei den Behörden vorstellig geworden? Und hätte er nicht sofort seine Reederei und seine Versicherung informiert? Und vor allem, warum ist er dann unter einer Tarnkappe gesegelt?

Die nächsten Tage werden sicher weitere Klarheit bringen. 



Kategorien:Aus aller Welt, Israel

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  1. very interesting and well written. It really helps understand what happened. Thank you Esther. And yes, this is very worrying. I tend to go with Disatnik’s view, but it doesn’t diminish the enormity of the crime.

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  2. In ihrem Artikel vom 4. März 2021,

    https://lloydslist.maritimeintelligence.informa.com/LL1136016/Iran-tanker-oil-spill-in-Israeli-waters-deliberate

    beschuldigt die kompetente Fachzeitschrift „Lloyd’s List“ die Islamische Republik Iran als Urheber dieser mit Absicht verursachten Umweltkatastrophe.

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