Hassgrüsse aus Teheran – es ist Iran, das den palästinensischen Raketenterror aus Gaza gegen Israel erst ermöglicht

5.Siwan 5781

Ein Gastkommentar von Mag. Stephan Grigat[1] in der NZZ vom 16.05.2021

Ohne kontinuierliche Unterstützung des Mullah-Regimes wären die massiven Raketenangriffe aus dem Gazastreifen in dieser Intensität undenkbar. Europa muss endlich klarwerden: Wer mit Teheran Geschäfte macht, finanziert den Terror gegen Israel.

Einige Aspekte der gegenwärtigen Eskalation im Nahen Osten kommen in der deutschsprachigen Berichterstattung bis jetzt kaum vor: Selten je liest man davon, dass jüdische und arabische Israeli Seite an Seite in den Bunkern vor dem Raketenterror aus Gaza Schutz suchen und dass etwa die Hälfte der bisherigen Todesopfer auf israelischer Seite keine jüdischen Israeli waren. Wenig beachtet bleibt, dass viele der von der Hamas und vom palästinensischen Islamischen Jihad abgefeuerten Raketen in Gaza selbst niedergehen und nach israelischen Angaben für einen erheblichen Teil der zivilen Opfer auf palästinensischer Seite verantwortlich sind. Auch Berichte über die wochenlange antiisraelische Hetze im Vorfeld der Eskalation in den Medien der Palästinensischen Autonomiebehörde, die von der mit der Hamas und dem Islamischem Jihad konkurrierenden Fatah kontrolliert werden, muss man in der deutschsprachigen Medienlandschaft lange suchen.

Vor allem ein Thema ist in der Berichterstattung merkwürdig unterbelichtet: die Rolle, die das iranische Regime bei der massiven Aufrüstung und Finanzierung der antisemitischen Terrortruppen in Gaza gespielt hat. Das ist schon deswegen bemerkenswert, weil die iranische Unterstützung für die Hamas und insbesondere für den Islamischen Jihad kein Geheimnis ist und von den Sprechern der Islamisten-Milizen in den letzten Tagen offen herausposaunt wurde: Ramez al-Halabi vom Islamischen Jihad erklärte im irakischen Fernsehen: «Ein wichtiger Teil unserer Tätigkeit steht unter der Aufsicht iranischer Experten. (. . .) Ich bin stolz zu sagen, dass die Raketen, die wir auf Tel Aviv abfeuern, eine iranische Signatur tragen. (. . .) Diejenigen, die diese Waffen einsetzen, wurden von unseren Brüdern bei den iranischen Revolutionswächtern ausgebildet.»

(…)

Es ist eine simple Tatsache, dass die massiven Raketenangriffe der Hamas und des Islamischen Jihad auf die israelische Zivilbevölkerung ohne die kontinuierliche Unterstützung aus Teheran nicht in der Intensität möglich wären, wie die Menschen in Israel sie nun schon seit Tagen erleiden müssen. Das bedeutet: Wer mit dem Ajatollah-Regime in Iran Geschäfte macht, finanziert den Terror gegen Israel.

(…)

In jedem Fall gilt: Ohne ein Zurückdrängen des Einflusses des antisemitischen Regimes in Iran sind Bemühungen um eine Entspannung in der Region dauerhaft zum Scheitern verurteilt. Ein konsequentes Vorgehen nicht nur gegen die Terrormilizen an den Grenzen Israels, sondern insbesondere gegen ihre Unterstützer und Financiers in Iran wäre im Interesse aller Menschen im Nahen und Mittleren Osten, die an einem friedlichen Zusammenleben ebenso interessiert sind wie an freien Gesellschaften.[2]


[1] Stephan Grigat unterrichtet Politikwissenschaft an der Universität Wien und an der Universität Passau und ist Research Fellow an der Universität Haifa. Er hat mehrere Bücher verfasst, darunter: «Die Einsamkeit Israels. Zionismus, die israelische Linke und die iranische Bedrohung».

[2] Die auszugsweise Zweitveröffentlichung erfolgt mit freundlicher Bewilligung des Autors. Eine völlige Wiedergabe ist aus Copyright Gründen nicht möglich.



Kategorien:Israel, Politik

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