Seltsam, kurios, bedenklich, inakzeptabel oder beschämend?

1. Aw 5781

Hast du schon einmal versucht, mit einem oversized T-Shirt und langen Hosen zu schwimmen? Das letzte Mal, als ich das erfolgreich versucht habe, war, als ich mit 12 Jahren das Rettungsschwimmerabzeichen gemacht habe. 100 m in voller Bekleidung schwimmen und dann im Wasser das Zeugs loswerden…. Wirklich lustig war das nicht!

Im Country Club der unmittelbar an der Waffenstillstandsgrenze liegenden Doppelortschaft Kochav Yair–Tzur Yigal spielte sich in der vergangenen Woche Seltsames ab. 

Die Soldaten[1] des gemischten Tavor Bataillons wollten einen wohlverdienten Ruhe- und Erholungstag geniessen. Doch ein Befehl des Kommandanten verdarb den Genuss, noch bevor er begann. Während die Jungens mit ihren Badehosen – gleich wie sie aussahen – baden durften, mussten die Mädchen in oversized T-Shirts und langen Hosen ins Wasser gehen. Der Grund: Die Gefühle der religiösen Soldaten sollten nicht verletzt werden.

Die Mädchen weigerten sich und verzichteten freiwillig auf den Sprung in das wahrscheinlich gar nicht so kühle Nass. Seien wir uns ehrlich, ein klitschnasses T-Shirt, oversized hin oder her, enthüllt doch weit mehr, als es verhüllt! Wer sich wirklich verhüllen will, um die religiösen Gefühle von wem auch immer nicht zu verletzen, der muss schon auf die «Bescheidenheit»  צניות der orthodoxen Jüdinnen zurückgreifen! (Die natürlich nur an eigens benannten Stränden oder zu für sie reservierten Stunden baden gehen.)

In den IDF-Dienstanweisungen, die im Jahr 2017 vom seinerzeitigen Stabschef Gadi Eisenkot, überarbeitet worden waren, heisst es ganz klar: «Jeder, der schwimmen gehen will, kann dies mit seinem Badeanzug tun. Jede Einmischung bezüglich Farbe oder Stil ist verboten.» 

Der Vorfall wird untersucht. 

Gemischte Einheiten sind immer wieder Anlass zu Diskussionen zwischen rabbinischen und säkularen Vorgesetzten. Der Grund dafür ist, dass seit dem Jahr 2000 Frauen überall in der IDF eingesetzt werden können, sofern sie es wünschen. Der Anteil der orthodoxen Frauen ist sehr gering.

Ein ganz anderer Fall von Genderwahnsinn fand bereits im August 2018 statt. Ort des Geschehens war eine Filiale der bekannten Supermarktkette «Shufersal», zu deren Angebot mittlerweile auch eine Apotheke gehört. Zum damaligen Zeitpunkt war die Übernahme allerdings noch nicht erfolgt. 

Ein weiblich gekleideter Kunde, der sich selbst Isabel Resh nannte, war von der Verkäuferin[2] mit der männlichen Verbform angesprochen worden. Isabel bestand jedoch darauf, eine Frau zu sein und deshalb in der weiblichen Form angesprochen zu werden. 

Die Verkäuferin gab an, dass sie die männliche Form gewählt habe, weil Isabel eine für sie klar männliche gefärbte Stimmlage hatte. Damit hätte die ganze Auseinandersetzung enden können. Eine kurze Entschuldigung und alles wäre gut gewesen.

Tatsächlich folgte aber folgende Diskussion:

Isabel: «Warum sprichst du mich als Mann an? Sehe ich für dich wie ein Mann aus?»

Verkäuferin: «Was, bist du hergekommen, um mit mir zu streiten? Ich verstehe das nicht!»

I: «Ich habe dich nicht verstanden.»

V: »Von deiner Stimme her bist du männlich. Ich weiss es nicht, aber ich denke.»

I: «Ich möchte, dass du mich respektierst, ich bin transsexual.»

V: «Warum denkst du, dass ich dich nicht respektiere!»

I: «Warum sprichst du mit mir in der männlichen Form, wenn ich die weibliche Form benutze?»

V: «Ok, ich habe dich in der männlichen Form angesprochen und mich geirrt. Aber was ist dabei passiert?»

I: «Du machst jetzt genauso weiter, du korrigierst dich nicht.»

Das Amtsgericht Tel Aviv befand nun, dass Isabel mehrfach klar erklärt habe, dass sie als selbstdefinierte Transgender Frau darauf bestünde, als solche angesprochen zu werden. Dies wurde von der Verkäuferin nicht respektiert. Die Geschäftsleitung von Shufersal hingegen argumentierte, dass das Verhalten der Angestellten keine Diffamierung darstelle, wie von der Klägerin behauptet. «Biologisch gesehen ist Isabel immer noch ein Mann. Und Menschen müssen nach ihrem biologischen Geschlecht benannt werden und nicht, nach dem was sie sein wollen.»

Das Gericht verurteilte Shufarsal zu einer Strafzahlung in Höhe von NIS 32.500,– (etwa $ 10.000,–).


[1] Es gelten alle bekannten und derzeit noch unbekannten Genderformen!

[2] Dass es sich um eine Verkäuferin gehandelt hat, ist nur im hebräischen Text ersichtlich, weil dort die

  Verbformen den Rückschluss auf das Geschlecht zulassen.



Kategorien:Israel

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