Wochenabschnitt: Nizawim, Deut 29:9 – 30:20 5. Buch

ב“ה

26./27. Elul 5781                                             3./4. September 2021  

Schabbateingang in Jerusalem: (Kerzenzünden)            18:21

Schabbatausgang in Jerusalem:                                       19:36

Schabbateingang in Zürich:                                              19:44

Schabbatausgang in Zürich:                                             20:47

Schabbateingang in Wien:                                                19:14

Schabbatausgang in Wien:                                               20:17

„Wähle das Leben, damit du und deine Nachkommen leben!“ (Deut 30:19) lesen wir im vorletzten Satz des Wochenabschnitts dieser Woche.

Am kommenden Montag beginnt das jüdische Neujahrsfest, Rosh HaShana, der Tag des Neubeginns. Nicht nur, dass an diesem Tag Gott den Menschen erschuf. Unsere Vorväter wurden im Monat Tischri, dem ersten des neuen Jahres geboren. Sara, Rachel und Chana durften erfahren, dass sie, die bis dahin kinderlos waren, schwanger werden würden. Josef, der unschuldig im Gefängnis des Pharaos sass, wurde nach 12 Jahren entlassen. Und, und das ist für die Geschichte des Volkes Israel bis heute unglaublich wichtig, die Zeit der Versklavung in Ägypten endete. 

In der Thora finden wir (Ex 12:2) noch einen anderen Beginn des neuen Jahres: „Dieser Tag [der 1. Nissan] soll für euch der erste der Monate sein, der erste im Jahresverlauf.“ Das Pessachfest, mit dem wir uns an den Auszug aus Ägypten erinnern, beginnt jeweils am Abend des 15. Nissan.

Am letzten Schabbat vor Rosh HaShana lesen wir also „Wähle das Leben, damit du und deine Nachkommen leben!“

Der Wochenabschnitt beginnt mit den Worten „Heute steht ihr alle vor eurem Gott.“ (Deut 29:9-10) Alle Mitglieder des Volkes Israel sind hier angesprochen, aber auch, und das ist bedeutsam, „… die Fremden, die mit euch leben.“ Die Fremden werden ganz selbstverständlich mit einbezogen in den Bund, den Gott hier ein letztes Mal in der Thora mit dem Volk Israel schliesst. Sie wurden schon einmal explizit genannt, und zwar in den Schabbat Gesetzen, die für alle gemeinsam lebenden Menschen gelten. 

Mosche stellt letztmals mit eindringlichen Worten da, welche Folgen es haben wird, wenn die Menschen sich entscheiden, die Weisungen Gottes nicht einzuhalten. Ob dieses Nichteinhalten mit hinter dem Rücken gekreuzten Fingern geschieht oder ganz offen, Gott wird es erkennen und reagieren. Er wird das Volk aus dem Land, das er ihnen versprochen hatte, vertreiben und das Land unfruchtbar machen. So, wie er Sodom und Gomorra zerstört hatte (Deut 29:22)

Kehren die Menschen aber um, tun Busse und bereuen, dann wird er nochmals gnädig sein, und sie zurückkehren lassen. Mehr noch, die reuigen Rückkehrer werden „glücklicher sein als zuvor“ (Deut 30:5)

Die zehn Tage nach Rosh HaShana bis Yom Kippur werden als „Tage der Umkehr“ bezeichnet. Gott schreibt uns ein in das Buch des Lebens. Wir können und sollen uns in den zehn Tagen besinnen, Fehler bereuen und unseren Frieden mit Gott machen. Am Ende von Yom Kippur wird das Buch wieder geschlossen. Gottes Urteil über uns wird abhängig sein von der Ernsthaftigkeit unserer Rückbesinnung. 

Gott verlangt nichts von uns, was unsere moralischen und ethischen Fähigkeiten übersteigt in Deut 30:11-14 „Das Gebot, das ich euch heute gebe, ist nahe bei euch, es ist nicht unerreichbar im Himmel und auch nicht unerreichbar jenseits des Meeres. Es ist jederzeit für dich erreichbar.“

Gott macht es den Menschen nicht schwer, er erwartet auch keine Perfektion. In einem Chanson von Leonhard Cohen heisst es: „..vergiss dein perfektes Opfer. Überall ist ein Riss, aber durch den kann das Licht hereinkommen.“

Es sind unsere Unvollkommenheiten, an denen wir wachsen. 

Treffen wir unseren Entscheid für das Leben, aber lassen auch Unvollkommenheiten zu!

שנה טובה ומתוקה, רק בבריאות

Ein gutes und süsses neues Jahr, vor allem aber Gesundheit

Schabbat shalom



Kategorien:Israel, Religion

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