Wochenabschnitt: Bo, Ex. 10:1 – 13:16

ב“ה

5./6.  Shevat  5782                                                            7./8. Jan. 2022  

Shabbateingang in Jerusalem: (Kerzenzünden)                             16:11

Shabbatausgang in Jerusalem:                                                        17:31

Shabbateingang in Zürich:                                                                 16:34

Shabbatausgang in Zürich:                                                                17:45

Shabbateingang in Wien:                                                                   16:00

Shabbatausgang in Wien:                                                                  17:11

Moses und Aaron bei Pharao, Marc Chagall

In der vergangenen Woche haben wir über die ersten sieben Plagen gelesen, die Gott über den störrischen Pharao schickte. Das Wasser des Nils wurde zu Blut, Frösche bedeckten das ganze Land, Stechmücken wurden zu einer Plage für Menschen und Tiere, Ungeziefer verunreinigte alles, die Viehseuche befiel alle Nutztiere der Ägypter, Hagel zerstörte jedes Korn, Beulen liessen die Haut der Menschen aufplatzen.

Moses und Aaron müssen ganz erschöpft gewesen sein von der schon lange andauernden Pendeldiplomatie, sie waren auch nicht mehr die Jüngsten. Hätten sie nicht so völlig auf Gott und seine Pläne vertraut, sie hätten sich schon lange fragen müssen, was er mit seinem Handeln beabsichtigt. Statt Pharao immer wieder aufs Neue mit einer weiteren Plage zu bedrohen, hätte er ihn auch vernichten können. So aber blieb Pharao hart gegenüber den Kindern Israel und ihrem Gott. Doch, wir ahnen es, war genau das der Plan Gottes! Genauso steht es auch im ersten Satz dieses Wochenabschnittes: „…Ich habe das Herz von Pharao und das seiner Diener verhärtet, damit ich ihnen die Zeichen meiner Macht zeigen kann. (EX 10:1) Gott als grosser Zauberer? Nein er hat ganz andere Pläne. 

Doch schauen wir weiter. Als Nächstes fielen die Heuschrecken, auch heute noch die grosse Bedrohung der Landwirtschaft rund um das südliche Mittelmeer, über alles her, was vom Hagel verschont blieb. Auf die Heuschrecken folgte eine dreitägige Finsternis. Gott kündigte noch eine letzte Plage an, dann, so war es sein Plan, würde Pharao die Kinder Israel nicht nur ziehen lassen, er würde sie aus Ägypten verjagen. In der darauffolgenden Nacht starben alle Erstgeborenen von Menschen und Tieren. Nur die Kinder Israels wurden verschont, so wie sie von allen vorherigen Plagen verschont geblieben waren. Als Zeichen sollten die Kinder Israels Blut auf ihren Türstöcken verstreichen.  וּפָסַח יְהוָה, עַל-הַפֶּתַח «Gott wird an euren Türen vorbeigehen» (Ex 12:23)

Es ist spannend, die Pläne Gottes einmal unter einem ganz anderen Blickwinkel zu betrachten. Nach den zehn Plagen war in Ägypten nichts mehr so wie es zuvor gewesen war. Gott hatte den prächtigen und mächtigen Staat des Pharaos zerstört. Nur den Staat? Er hatte viel mehr als das getan. 

Der Nil, die Quelle allen Lebens in Ägypten hatte sich in Blut verwandelt. Die Sonne, Sitz des mächtigen Sonnengottes Ra hatte er gezwungen, sich für drei Tage zu verdunkeln. Die heiligen Tiere des Landes sterben durch die Viehseuche. Die Fruchtbarkeitsgötter erweisen sich als wirkungslos. Der Skarabäus sowohl ein heiliger Käfer als auch ein Gott, wird zu fliegendem Ungeziefer. Und ganz zum Schluss noch die Erstgeborenen. Jene Kinder, die in fast allen Kulturen einen Sonderstatus einnehmen. Die entweder besonders privilegiert sind, oder auch irgendwelchen Göttern geopfert werden. Die Erstgeburten von Tieren wurden von den Kindern Israel Gott geopfert. Erstgeborene Knaben werden bis heute symbolisch durch einen Angehörigen der Cohanim ausgelöst.

Pharao war demzufolge kein Erstgeborener, er musste überleben, um sein Heer hinter den fliehenden Kindern Israel herzuschicken. Dort, am Schilfmeer ereilt ihn sein Schicksal. Gott hat sein Land zerstört, er hat die Götter als wirkungslos demaskiert und nun fügt er dem Pharao den finalen Stoss zu. Er versinkt in den Wellen des Schilfmeeres. 

Gott hat hier die Voraussetzung geschaffen, dass er in wenigen Wochen, wenn wir Ex 20:2 lesen werden mit Fug und Recht sagen wird: „Ich bin der Herr euer Gott, der euch aus dem Land Ägypten und aus dem Haus der Versklavung herausgeführt hat. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben!“

Er sagt nicht: „Es gibt keine anderen Götter neben mir.“ Nein, er fordert die Kinder Israels und heute auch uns aus, keine anderen Götter neben ihm zu haben. Fürwahr, eine grosse Herausforderung zu Beginn des Monotheismus.

Shabbat Shalom



Kategorien:Israel, Religion

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