Was geschah am 17. Januar?

15. Shevat 5782

Geschichte:

1945 wurden zwischen dem 17. Januar und dem 23. Januar etwa 60.000 Häftlinge aus dem KZ Auschwitz evakuiert und in Todesmärschen nach Westen getrieben. Wer laufen konnte, musste laufen oder wurde in Viehtransportwagen eingesperrt. Nicht gehfähige Häftlinge wurden erschossen. Als Vorbereitung und zur Vertuschung der Massenmorde waren einige Gaskammern und Krematorien bereits ab November 1944 abgerissen worden. Die Verbrennungsöfen sollten, das war der Plan, in Mauthausen, das nach wie vor als sicher galt, wieder aufgebaut werden. Das letzte Krematorium sprengten die Nationalsozialisten knapp bevor die Rote Armee das Lager am 27. Januar befreite. Sie fanden dort fast 5.800 zurückgelassene Häftlinge vor. Insgesamt wurden in Auschwitz etwa 1.5 Millionen Menschen ermordet, darunter 1.1 Millionen Juden.

1945 wird der schwedische Diplomat Raoul Wallenberg (1888 – 1912) wegen Verdachts der Spionage in Budapest festgenommen. Wallenberg lernte seinen Vater nie kennen, er starb drei Monate vor der Geburt seines Sohnes. Sechs Jahre nach dem Tod ihres ersten Mannes heiratete seine Mutter erneut. Mit ihrem zweiten Ehemann hatte sie eine Tochter, deren Tochter wiederum später Kofi Anan heiratete. 

1931 ging er in die USA, studierte dort an der University of Michigan und schloss dort sein Architekturstudium mit dem BA ab. Während dieser Zeit lernte er auch die russische Sprache. Nach einem kurzen beruflichen Zwischenstopp in Südafrika wechselte er in die Niederlassung einer schwedischen Bank in Haifa, wo er sich mit einem ungarischen Juden anfreundete. 1936 kehrte er nach Schweden zurück. 

Nach der, von ungarischen Kräften unterstützten Besetzung Ungarns am 19. März 1944 durch das Eichmann-Kommando, wurden zwischen dem 27. April und 11. Juli 1944 über 400.000 Juden in Ghettos gesperrt oder deportiert. Das Eichmann-Kommando war eine Sondereinheit der SS unter Führung von Adolf Eichmann, die die einzige Aufgabe hatte, Juden aus dem öffentlichen Leben auszuschalten, zusammenzupferchen, zu deportieren und sie bis auf die 100 % arbeitsfähigen Menschen zu ermorden. 

Die schwedische Gesandtschaft in Budapest beschloss den Juden zu helfen, konnte aber den ungeheuer grossen Andrang von Hilfesuchenden nicht allein schaffen und bat darum, Hilfe aus Schweden zu bekommen. So gelangte Raoul Wallenberg als Diplomat nach Ungarn. Am 9. Juli startete er seine Aktivitäten mit einer Liste von Juden, denen er helfen sollte und 650 «Schutzpässen». Bald hatte er mehrere Häuser angemietet, die er kurzerhand durch das Beflaggen mit der schwedischen Fahne zu exterritorialem Gebiet erklärte. In diesen Häusern lebten seine «Schutzjuden», denen der Schutzpass es ermöglichte, nach Schweden oder jedes andere Land auszureisen, das mit Schweden diplomatische Beziehungen hatte. Sie waren von der Zwangsarbeit und dem Tragen des Gelben Sterns ausgenommen. 4500 Menschen erhielten so eine Chance, der Shoa lebend zu entkommen. 

Doch dann kamen die Pfeilkreuzler, eine faschistische ungarische Organisation. Von Oktober 1944 bis Ende März 1945 führten sie in den noch nicht von der Roten Armee besetzten Teilen Ungarn eine Schreckensherrschaft, denen etwa 50.000 Juden zum Opfer fielen.

Wallenberg musste alle möglichen Tricks anwenden, um genügend Schutzpässe ausstellen zu können. Sein Büro beschäftigte 340 Mitarbeiter. 32 Häuser standen unter dem Schutz Schwedens. Es gab ein internationales Ghetto, das von neutralen Staaten beschützt wurde. Junge Männer, die «arisch» genug aussahen, um unauffällig zu sein, bewachten die Zugänge.

Eichmann kehrte rasch nach Budapest zurück, erklärte alle Schutzpässe für ungültig und ordnete die sofortige Deportation aller Juden an. Weil die Deportation auf der Schiene zu gefährlich war, ordnete er einen «Todesmarsch» an. So sollten zehntausend Menschen an die österreichische Grenze gebracht werden. Wallenberg und Vertreter neutraler Staaten folgten dem Zug mit Autos und verteilten Lebensmittel, Kleidung und Medikamente. Sie konnten Juden dadurch retten, dass sie sie als ihre «Schutzjuden» ausgaben.

Am 17. Januar 1945 wurde er beim Einmarsch der Roten Armee festgenommen. Ab diesem Moment verliert sich jede Spur von ihm. 1963 wurde er in Yad VaShem als «Gerechter unter den Völkern» anerkannt.

Heute in Israel:

1949 traf sich in Jerusalem die erste Knesset zur verfassungsgebenden Sitzung nach der Staatsgründung im Mai 1948. Unter dem Motto «Verschiedene Meinungen – eine Knesset» finden heute diverse Veranstaltungen statt. Diese wurden, wie auch im vergangenen Jahr, an die Corona Richtlinien angepasst.

Die ersten Wahlen in Israel fanden am 25. Januar 1949 statt. Am 14.2.1949 (15. Shevat 5709) war die erste verfassungsgebende Sitzung der Versammlung. Am 16.2.1949 wurde der Name in «Knesset» umgewandelt und war damit das israelische Parlament. Die neue Knesset wählte Chajim Weizmann zum ersten Präsidenten Israels. Am 17.2.1949 wurde Chajim Weizmann vereidigt. 

Ab 16:00 (Ortszeit / Europa 15:00) findet auf dem TV- Kanal der Knesset die Übertragung einer Sondersitzung statt. 



Kategorien:Aus aller Welt, Israel, Timeline

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