Was geschah am 19. Januar?

17. Shevat 5782

Geschichte: 

1945 erobert die Rote Armee die Stadt Łódź und befreit das Ghetto Litzmannstadt. Dieses Ghetto war von 1939 bis 1944 ein Sammellager, vor allem für jüdische Jugendliche. Was Goebbels nach einem Besuch im Ghetto am 2. November sagt, kann man hier nachlesen. Nach Warschau war es das zweitgrösste Ghetto in Polen. Das entsprach durchaus der Zahl der jüdischen Bevölkerung, die in Łódź, die vor Kriegsbeginn mit 223.000 Personen beziffert ist. Łódź war das am längsten existierende Ghetto im von den Nationalsozialisten besetzten Polen. Heute leben in der Stadt noch 400 Juden. Ab Anfang April 1940 wurden 164.000 Juden in ein vier Quadratkilometer kleines Gebiet gepfercht, wo es keine Wasserleitungen in den abbruchreifen Häusern gab. Trotz der Enge wurden in den Folgejahren nochmals 38.500 Juden aus dem Westen hierher deportiert. Ab 1942 wurde das Ghetto zum Zwangsarbeitslager, die letzten Transporte in die Vernichtungslager verliessen Łódź am 29. August 1944. Nachdem die Rote Armee immer weiter nach Westen vorrückte, begann man mit der Auflösung, statt es, wie von Himmler geplant, in ein KZ umzuwandeln. Zahlreiche Bewohner wurden ins Deutsche Reich geschickt, um dort in der Rüstungsindustrie zu arbeiten. Die Räumung des Lagers ging schnell vonstatten. Als die Rote Armee einrückte fand sie nur mehr 870 Mitglieder eines Aufräumkommandos, 30 Kinder und 80 Erwachsene an. Beim Aufräumkommando befand sich auch der jüdische Fotograf Henry Ross, der im Auftrag des Judenrates alle Ghettobewohner fotografierte. Nach dem Krieg wanderte er mit seiner Frau nach Tel Aviv aus und nahm seine Fotos mit. Da er neben den Bildern für die Ghettoausweise auch das Leben im Ghetto dokumentiert hatte, wurde er beim Prozess gegen Eichmann in Jerusalem als Zeuge eingesetzt. 

1983 wird in Bolivien der ehemalige Gestapochef Klaus Barbie (1913 – 1991) festgenommen. Aufgrund der finanziellen Situation der Familie schloss er zwar das Gymnasium ab, konnte sich aber nicht an einer Universität immatrikulieren. Schon während der Schulzeit war er Mitglied der Hitlerjugend und absolvierte ein freiwilliges sechsmonatiges Lager des Reichsarbeitsdienstes. 1935 wurde er Mitglied der SS. In den Folgejahren absolvierte er intensive Ausbildungslehrgänge des Sicherheitsdienstes und der Sicherheitspolizei. Ab 1936 arbeitete er in Dortmund beim Sicherheitsdienst mit der Aufgabe, den sozialdemokratischen und kommunistischen Widerstand aufzulösen. 1937 wurde er Mitglied der NSDAP. 1940 – 1942 war er in Amsterdam bei der «Zentralstelle für jüdische Auswanderung nach Amsterdam» tätig, wobei sein Hauptaugenmerk auf der Verfolgung von aus Deutschland geflohenen Juden lag. Die Freimaurer waren seine zweite Zielgruppe, Übergriffe auf Logen und Folterungen leitete er persönlich. 1942 wurde sein Einsatzgebiet nach Südfrankreich verlegt. Seine Grausamkeit bei Folterungen und Quälen von Gefangenen brachte ihm den Namen «Schlächter von Lyon» ein. Unter anderem war er auch für die Deportation der Kinder von Izieu verantwortlich. Kurz vor dem Abzug der Nationalsozialisten gelingt es ihm, Beweismaterial gegen ihn zu vernichten. Nach dem Ende des Krieges gelang es ihm auf der «Rattenlinie» als Klaus Altmann nach Bolivien zu fliehen. Auf diesem Weg entzogen sich bis zu 300 NS Funktionäre ihren Verurteilungen. Im Jahr 1966 war er einige Monate für den BND tätig, der keine Ahnung über die wahre Identität ihres Spions hatte. In den frühen 70-er Jahren gelang es dem Ehepaar Beate und Serge Klarsfed, Barbie in Bolivien aufzuspüren. Ein Entführungsversuch scheiterte im Jahr 1972. Weitere Versuche, ihn zu eliminieren, waren ebenfalls erfolglos. Am 19. Januar 1983 wird er endgültig festgenommen, nach Frankreich ausgeliefert und vor Gericht gestellt. Das Urteil «Verbrechen gegen die Menschlichkeit» fiel 1987 und endet mit einer lebenslangen Haft. Barbie verstarb 1991 in französischer Haft in Lyon.

Was geschah heute in Israel?

Die Bewohner der Dörfer auf dem Golan wurden heute überrascht von einer dicken Schneeschicht, die über Nacht entstanden war. 15 cm frisches Weiss sorgten für das übliche Chaos auf den Strassen. Die Skilifte auf dem Hermon, dem höchsten Punkt des Golans bleiben heute trotzdem geschlossen. Mit der Begründung, dass das Wetter zu schlecht sei. Manch ein Skifahrer in Europa wäre angesichts des Schnees mehr als glücklich gewesen. In den Wintersportregionen ist es seit Tagen teils frühlingshaft warm und Schnee ist dort eine Mangelware. 

Das winterliche Wetter in Israel hat neben Schnee auch starke Regenfälle mit sich gebracht. So stieg der Wasserstand des Kinneret seit Sonntag um ganze 7 cm und ist nun «nur mehr» 1.82 m von der «oberen roten Linie» entfernt. Diese zeigt an, dass bei einem Pegelstand von – 208.8 m der See voll ist. 



Kategorien:Aus aller Welt, Israel, Timeline

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