Was geschah am 27. April?

26. Nissan 5782

Geschichte:

2022 Heute Abend beginnt in Israel der Holocaust Gedenktag. Israel gedenkt der sechs Millionen während der Nazizeit ermordeten Juden. Gedenkt es aber auch der Überlebenden, die nach dem Krieg geglaubt haben, in Israel ein sicheres Leben in Würde führen zu können?

Morgen Vormittag um 10 Uhr ertönen für zwei Minuten im ganzen Land die Sirenen. Das ganze Land kommt zum Stillstand. Jeder denkt an Familienmitglieder, die er nie kennenlernen durfte. Kaum eine Familie, in der es keine Opfer der Shoa gab. 

Leider ist die Situation Israel alles andere als gut für die Überlebenden der Shoa. Viele von ihnen, die keine Familie im Land haben, leben alleingelassen in menschenunwürdigen Behausungen, in Armut und vernachlässigt von der Gesellschaft. Statt einen ruhigen Lebensabend geniessen zu dürfen, müssen sie um das tägliche Überleben kämpfen oder sie resignieren. Haben sie das Glück in einem Heim für Überlebende wohnen zu können, so vergehen die Tage zwar in relativer Sicherheit, aber oft auch in Einsamkeit. Noch leben 161.400 Überlebende der Shoa in Israel.

Bei aller Trauer um die Ermordeten, Israel muss sich auch der Lebenden erinnern!

Erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik wird eine hohe deutsche Politikerin an den Zeremonien in Israel teilnehmen und auch eine der sechs Kerzen anzünden. Bärbel Bas, Bundestagpräsidentin, und damit zweithöchste Politikerin nach dem Bundespräsidenten wurde von ihrem Amtskollegen Mickey Levy eingeladen. Bei der Begrüssungszeremonie sagte sie «Die aus dem Holocaust gezogenen Lehren verlangen von uns, dass wir keine Art von Antisemitismus zulassen. Die deutsche Verantwortung hat nicht geendet. Wir stehen an der Seite von Israel.»

Terror:

1995/2022 Gestern wurde ein Brief an die Familie des PM geschickt, der neben eindeutigen Morddrohungen auch eine Munitionskugel enthielt. Der Brief war offensichtlich so verfasst, dass die Polizei davon ausgeht, der Absender habe viele Informationen rund um die Familie gesammelt. 

Weitere Einzelheiten wurden nicht bekannt, es wurde eine weitgehende Nachrichtensperre verhängt. 

Erinnerungen an die Ermordung von PM Rabin im Jahr 1995 werden wach, als ein rechts-radikaler Attentäter ihn am Ende einer Friedensveranstaltung in Tel Aviv tötete. Mitglieder der Regierungskoalition äusserten sich erschüttert und empört über den infamen Brief.. Seitens der rechtsorientierten oppositionellen Politiker kam wieder die altbekannte Kritik an der Legitimität der Regierung. Bezalel Smotrich, Vorsitzender der rechts-aussen Partei «Religiöse Zionisten» zweifelte sogar die Echtheit des Briefes an. Auch Yair Netanyahu schloss sich in einem Re-Tweet den Zweifeln an.

Die Sicherheitsstufe für Familie Bennett wurde sofort drastisch hinaufgesetzt. 

Gesundheit:

2022 Nachdem es im April zu einem Ausbruch von Kinderlähmung in Israel kam, hat das Gesundheitsministerium jetzt einen Appell an alle Eltern von Kindern zwischen wenigen Wochen und 17 Jahren gemacht, die Kinder impfen zu lassen. 

Alle zuletzt Erkrankten waren nicht geimpft. 

Prof. Nachman Ash, der Direktor des Gesundheitsministeriums erhofft eine Impfquote von 90 % im ganzen Land zu erreichen. 

Er fordert alle Eltern auf, mit dem Impfbuch in einer der Kliniken zu erscheinen und alle bisher verpassten obligatorischen Impfungen nachzuholen. 



Kategorien:Aus aller Welt, Israel, Timeline

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