Wochenabschnitt: Behar, Lev. 25:1 – 26:2

ב“ה

19./20.  Ijjar 5782                                                          20./21. Mai . 2022  

Shabbateingang in Jerusalem: (Kerzenzünden)                           18:52

Shabbatausgang in Jerusalem:                                                       20:14

Shabbateingang in Zürich:                                                               20:44

Shabbatausgang in Zürich:                                                              22:00

Shabbateingang in Wien:                                                                  20:15

Shabbatausgang in Wien:                                                                 21:33

ב“ה

Dieser Wochenabschnitt beginnt mit den Worten „behar“ auf dem Berg Sinai. Die Wolke, welche die Anwesenheit Gottes anzeigt, liegt noch auf dem Berg, das Volk lagert am Fusse des Felsmassivs.

Gott gibt eine Anweisung, die dem einen oder anderen befremdlich vorgekommen sein muss. Das Land, dass Gott ihnen gegeben hatte, um es zu bearbeiten und von dessen Erträgen sie lebten, sollte ein ganzjähriges Shabbatjahr, das Ruhjahr, erhalten!

Sechs Jahre sollten sie es bearbeiten und im siebten Jahr sollte es ruhen. In sechs Tagen hatte Gott die Welt erschaffen, am siebten Tage ruhte er. Sieben ist die Zahl der Vollendung, acht bezeichnet den Neubeginn. Sechs Tage sollen wir arbeiten, am siebten Tage dürfen, ja sollen wir ruhen. 

An sechs Tagen versorgte Gott das Volk mit Manna, am siebenten Tag sollte eine „Lieferpause“ sein. Was geschah? Das Volk jammerte, es würde Hunger leiden müssen! Ach, wie kleingläubig waren sie! Ein Vater lässt seine Kinder nicht verhungern und Not leiden. Er gab am sechsten Tag die doppelte Menge, wer aber zu viel einsammelte, der musste erleben, dass dieser Überfluss verdarb.

Genauso, so versprach er, würde es im Shmita Jahr, dem Shabbatjahr der Natur sein. Die Früchte, die ohne Eingreifen des Menschen wachsen würden, werden, so versprach er, ausreichend sein für alle, für Menschen und Tiere. Im Shabbat Jahr endet vorübergehend der Besitz eines Feldes. Alles ist für alle da. Niemand darf daran gehindert werden, sich zu bedienen.

Es tut gut, nicht nur dem Menschen, einmal durchzuatmen und auszuruhen. Vom Bestreben, immer mehr zu leisten, um immer mehr zu erhalten. Es tut dem Land gut, durchatmen zu dürfen, nicht mit immer mehr Turbodüngern übersättigt zu werden, die im Endeffekt mehr Schaden anrichten, als Nutzen zu bringen. Wir vergessen oft, dass wir nicht die Besitzer des Landes sind, wir sind nur die Verwalter, denen es anvertraut wurde, um damit behutsam und verantwortungsvoll umzugehen.

Nach der Ruhepause wird die Leistung dafür umso gesünder, und umso reichhaltiger sein. 

Wir haben aber auch die Chance, uns in diesem Shabbatjahr wieder einmal zu bescheiden. Wir sind in den letzten Jahren des wirtschaftlichen Überflusses derart verwöhnt worden, dass wir in einen Konsumwettlauf hineingeraten sind, der nicht normal ist. Die Reisen wurden jährlich exotischer, länger, teurer.

Konsum- und Luxusgüter standen in grossem Umfang jederzeit zur Verfügung.

Die Küche wurde immer exquisiter, von der bekannten „heimischen kitchen“ sind wir meilenweit entfernt. Jedes Gericht wird so lange adaptiert, bis es der haute cuisine der Luxusgastronomie entspricht. Wir fuhren, ohne nachzudenken die kürzesten Strecken mit dem Auto, statt die Oeffis zu benutzen.

Doch nun stehen uns andere Zeiten bevor, die Inflation beträgt teilweise mehr als 7 %, die Löhne steigen nicht entsprechend, können sie auch nicht. Der Gashahn aus Russland steht vor dem Abschalten. 


Das Budget wird kleiner. Leider ist das Shabbat Jahr im September wieder vorbei. Menschen werden ihr Erspartes anknabbern müssen, viele werden auch arbeitslos oder zumindest in die Kurzarbeit geschickt werden. Wir haben nur mehr wenige Monate Zeit, uns an die neuen Gegebenheiten anzupassen. 

Lernen wir doch, nur das zu nehmen, was uns zur Verfügung steht, was wir uns leisten können. 

Es ist trotzdem noch immer genug für alle da. Wir müssen nur lernen, damit umzugehen. 

Shabbat Shalom



Kategorien:Israel, Religion

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