Was geschah am 13. Juni?

14. Siwan 5782

Politik:

2021 Nach wochenlangem Ringen gelingt es PM Naftali Bennett und Aussenminister Yair Lapid einen Koalitionsvertrag zu unterschreiben. Damit endete offiziell die 12 Jahre dauernde Ära vom nun ehemaligen PM Netanyahu. 

In einem Bericht der heutigen ToI beschreibt Yossi Klein Halevi sehr gut die Besonderheit der von Anfang an totgesagten Regierungskoalition «Sie schuf ein Modell für eine gemeinsame israelische bürgerliche Identität zwischen Arabern und Juden. Zum ersten Mal wurde eine arabische Partei zu einer Schlüsselkomponente in einer Regierungskoalition und brach ein gemeinsames Tabu: Jüdische Parteien trauten der Loyalität arabischer Politiker nicht, von denen einige Terroranschläge gegen Juden unterstützt haben, während arabische MKs sich weigerten, sie zu teilen ministerielle Verantwortung für israelische Militäraktionen.» 

In den Anfängen des jungen Staates entwickelte sich der nahezu unübersetzbare Begriff für die Ethik, die in der Politik eine grosse Rolle spielte, mamlachiut «Einheit trotz Verschiedenheit». Die Regierung Bennet/Lapid hat diesen Begriff wieder neu belebt. Und die Erfolge der Regierung, wie sie bisher alle auftauchenden Krisen gemeistert hat, zeigen, dass es möglich ist, die heterogenen Strömungen und Gruppen für das Wohl des Landes an einen Tisch zu bringen. 

Die Opposition, allen voran der ehemalige PM, versucht alles, um dieses Erfolgsmodell zu zerstören. Ausschliesslich zu dem Zweck, Gerichtsverfahren gegen ihn zu stoppen. Das war sein Ziel, noch vor Beginn der Koalitionsverhandlungen. Er versprach, den «Yes, we can» Geist des von ihm verhassten US-Präsidenten Obama nach Israel zu bringen. Was er in Tat und Wahrheit brachte, war die israelische Version des  hasserfüllten und spaltenden Amerikas seines Busenfreundes Trump. 

Man kann nur hoffen, dass die israelischen Wähler aus dieser Koalition gelernt haben und sich bei den kommenden Wahlen, wann immer sie sein werden, von Netanyahu und seinen Kumpanen abwenden. 

2022 MK Nir Orbach, einst Vertrauter von PM Bennet verkündete, dass er seine Mitgliedschaft in der Koalition ruhen lassen würde. Bis auf Weiteres würde er an keiner Abstimmung mehr teilnehmen. Dies gilt, so Orbach, bis die «Settlement bill» von der Knesset verlängert worden ist. 

Sollte es zwischenzeitlich zu einem Antrag kommen, die Knesset aufzulösen und damit Neuwahlen zu initiieren, so werde er nicht für die Auflösung stimmen. 

Die Vorsitzende der Merez Partei, Nitzan Horowitz warnte heute alle jene, die einen Austritt der Koalition überlegen würden, ohne gleichzeitig die Knesset zu verlassen. «Das Mandat, das jedem einzelnen MK in der Koalition gegeben wurde, ist nicht ihr Privateigentum. Es gehört der Partei. Sie müssen gemeinsam mit der Koalition abstimmen. Können sie dies nicht, so müssen sie ihren Platz für den nachfolgenden Listenplatz auf der Wählerliste freimachen.»

Geboren:

1941 wurde in Sfad Esther Ofarim geboren. Über ihre Kindheit und Jugend ist nicht viel bekannt. 

1959 hatte sie mit gemeinsam mit ihrem ersten Mann Abi das Gesangsduo «Esther & Abi Ofarim» gegründet, nachdem sie sich im Habima Theater in Tel Aviv getroffen hatten. Abi war dort als Balletttänzer engagiert, während Esther bereits mit ihrer aussergewöhnlichen Stimme als Solistin auftrat.  

Esther wollte eigentlich Schauspielerin werden. 1960 spielte sie eine kleine Rolle in Otto Premingers Filmepos «Exodus».

Nach ihrer Hochzeit zogen die beiden 1963 nach Genf. Im gleichen Jahr nahm Esther für die Schweiz am Eurovisions Song Contest mit dem Titel «T’en vas pas» teil und erzielte den zweiten Platz. Damals waren die Lieder, seinerzeit noch Chansons genannt,  weitaus besser und die Stimmen einprägsamer…….. Mit diesem Erfolg begann die Karriere der jungen Sängerin. Grösster Hit war «Morning of my life» aus dem Jahr 1968.

Die Ehe scheiterte ein Jahr später. 1972 erschien ihr erstes Soloalbum mit Liedern auf Hebräisch, Ladino, Französisch und Deutsch. Danach wurde es ruhig um die Sängerin, die sich in den darauffolgenden Jahren eher im Theaterspielen versuchte und auch einige Erfolge erringen konnte. 

Nach 15 Jahren Bühnenabsenz trat sie 1998 in Hamburg mit einem Liederabend auf. Konzerte in Dessau und Dortmund folgten. 

Im Jahr 2003 ging sie mit einem neuen Repertoire von hebräischen Liedern, jüdischen Volksliedern, Liedern von den Beatles und Bert Brecht, sowie US-amerikanischen Evergreens auf eine stets ausgebuchte Tournee. 

2005 absolvierte sie Liederabende in Dresden, München, Leonberg und Bochum. 2021 mit 80 Jahren trat sie nochmals in Hamburg, Tel Aviv und Jerusalem auf. In Hamburg präsentierte sie Chansons ihres Lieblingssängers Leonhard Cohen. Ihre Stimme, so ein Bericht der taz, sei in den Höhen etwas zurückhaltender geworden, die Tiefen dafür wärmer und nach wie vor voller Kraft. 

Sie lebt, auch das erfährt man aus der taz, mittlerweile in Hamburg, im ehemals jüdischen Viertel an der Alster. 

Diplomatie: 

2022 Die mehrfach verschobene Reise von US-Präsident Joe Biden ist vom Weissen Haus provisorisch auf den Zeitraum 13. bis 15. Juli fixiert worden. Es wird dies der erste Besuch von Präs. Biden in Israel in seiner Funktion als US-Präsident sein.  

Geplant sind Treffen mit PM Bennett, Präsident Herzog, FM Lapid und Verteidigungsminister Gantz. Ein Besuch der Holocaust Gedenkstätte Yad VaShem steht ebenso auf dem Programm, wie ein Besuch in Ost-Jerusalem. 

In Bethlehem wird der Präsident mit Präsident Abbas zusammentreffen. 



Kategorien:Aus aller Welt, Israel, Timeline

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