Was geschah am 17. und 18. Juni?

19. Siwan 5782

Geschichte:

1941 flohen die Juden aus dem Baltikum vor den heranmarschierenden deutschen Truppen. Das Baltikum, vor allem Lettland und Litauen, war dahin das Zentrum der jüdischen Kultur in diesem Gebiet. Vilnius, die Hauptstadt Litauens, galt sogar als «Jerusalem des Nordens». 

Die Bevölkerung war so heterogen, wie sie nur sein konnte. Vom Viehhändler über den Tagelöhner bis zum Akademiker und Bildungsbürger waren alle Schichten vertreten. Jiddisch war die kollektive Sprache. 

Vertreten waren auch alle politischen Ausrichtungen, vom Zionisten über Sozialisten bis zu Anhängern der Aufklärung. Auch alle religiösen Strömungen waren gleichermassen vertreten. 

Im Juni 1941 griff die Wehrmacht die baltischen Staaten an, die seit 1940 von der Sowjetunion besetzt und in die UdSSR eingegliedert worden waren. 

Zunächst wurde die Eroberung durch die deutsche Wehrmacht als Befreiung von der Sowjetherrschaft empfunden, der seit Anfang Juni 1941 schon Tausende «Klassenfeinde» zum Opfer gefallen oder deportiert worden waren.

Der Hass Bevölkerung richtete sich spontan vor allem gegen die jüdische Bevölkerung. Litauische Freischärler machten Jagd auf die, die nicht geflohen waren und erschossen sie auf offener Strasse.

Gaza:

2022  Ein israelischer Beobachtungsballon landete auf dem Gebiet von Gaza in der Nähe von Bei Hanoun. 

Hamas reklamierte sofort, den militärischen Aufklärungsballon abgeschossen zu haben. 

Entsprechend der Aussagen eines Sprechers der IDF besteht keinerlei Gefahr, dass Hamas in den Besitz von sicherheitstechnischen Informationen kommen könnte. Der Ballon sein nur mit einigen Kameras und Sensoren ausgestattet gewesen. 

Warum der Ballon tatsächlich von seiner Bodenleine getrennt wurde, ist bisher nicht bekannt. 

Covid: 

2022 Nach einem vergleichsweise ruhigen Frühling steigen die Zahlen der ernsthaft an COVID erkrankten Patienten in Israel wieder stark an. Am Freitag wurden 7.313 Israelis positiv getestet, der R-Wert stand bei 1.31, der weitaus höchsten Zahl seit Mitte Mai, wo er bei unter 1 lag. 

Während die neue Variante BA5 in Portugal bereits eine nennenswerte Zahl von Erkrankungen ausgelöst hat, ist es noch unklar, ob diese neue Mutation bereits in Israel angekommen ist. 

Als Reaktion auf die steigenden Zahlen werden im Land wieder einige der Testzentren eröffnet.

Lebenshaltungskosten:

2022 Als Reaktion auf die viel zu hohen Kosten für Wohnungen und Häuser haben sich in Israel wieder Zeltlager gebildet. Nachdem es zunächst nur einige wenige Zelte waren, die in verschiedenen Orten aufgestellt wurden, erinnern die Lager jetzt schon wieder an jene Kampagne, die in den Jahren 2008 und 09 auf die zu hohen Kosten aufmerksam machen wollte. 

Die Wohnraumkosten in Tel Aviv liegen mittlerweile auf Platz fünf weltweit, die von Jerusalem auf Platz 15.

Ein neuer Trend könnte es werden, sich statt einer Wohnung eine kleine, gut ausgestattet Segelyacht zu kaufen und den Wohnraum dorthin zu verlegen. So bietet eine 9 m Yacht etwa den gleichen Wohnraum, wie ein 16 mZimmer. «Ella» erzählte der ToI, dass sie planen, die Yacht für die ersten ein bis zwei Jahre in der Marina zu belassen (Wochenendtrips ausgenommen) und von dort aus ihre jeweiligen Arbeitsplätze aufzusuchen. Danach möchten sie versuchen, etwas flexibler von der Ortswahl zu sein. 

So eine Yacht kosten weniger als ein Neuwagen, zwischen US$ 10. 000 und 72.000,– (NIS 32.000 bis 250.000), die Miete für ein 16 mAppartement in Süd Tel Aviv gäbe es ab NIS 4.000 pro Monat, selbstverständliche ohne Nebenkosten.

Derzeit gibt es acht Marinas in Israel, sechs weitere sind geplant.

Politik:

2021/2022 Im vergangenen Jahr haben die Speichellecker von Netanjahu noch die arabischen Politiker, insbesondere Mansour Abbas umworben und als potentiellen Partner zu gewinnen versucht. Nachdem dieser Versuch scheiterte, sehen sie in ihm und seiner Ra’am Partei die Schuldigen am Scheitern, die «Settlement Bill» zu verabschieden. Sie nennen ihn sogar den Unterstützer des Terrors.

Nir Orbach, ehemals bester Freund und Berater von PM Naftali Bennett und nun Verräter der Regierungskoalition, knickte vor dem Terror durch den Likud gegen seine Familie ein und hofft nun auf einen guten Listenplatz dort bei einer zukünftigen Wahl. «Das Experiment ist gescheitert.» ist sein neues Credo.

Im Gegensatz zu den Israel umgebenden Staaten ist die Integration einer Minderheit, in diesem Fall der arabischen, in die Gesellschaft eine Erfolgsstory. Ausser kleineren Revolten gab es seit der Staatsgründung keinen nennenswerten Aufstand.

Die Zahlen sprechen für sich. Bei den 55 bis 69-Jährigen ist der Unterschied bei der Hochschulreife bei 17 %, in der Gruppe der 35 bis 44-Jährigen beträgt er nur mehr 0.7 % und, man staune, bei den 25 bis 34-Jährigen haben 1 % mehr Araber die Matura abgelegt als Juden! Zwischen 2009 und 2019 ist der Anteil der Araber mit einem BA um 6 % gestiegen, derjenigen, die ein MA vorweisen können, hat sich sogar verdoppelt. 

Angesichts dieser Zahlen darf eine Diskussion über die Integrierung des arabischen Sektors in Politik und Gesellschaft in Israel kein Thema sein. 

Wer dem nicht zustimmen kann, sollte sich aus der Politik verabschieden. 



Kategorien:Aus aller Welt, Israel, Timeline

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