Schlach, Num 13:1 – 15:41

ב“ה

25./26. Siwan 5782                                                        24./25. Juni 2022  

Shabbateingang in Jerusalem: (Kerzenzünden)                             19:08

Shabbatausgang in Jerusalem:                                                        20:31

Shabbateingang in Zürich:                                                                 21:09

Shabbatausgang in Zürich:                                                                22:29

Shabbateingang in Wien:                                                                   20:41

Shabbatausgang in Wien:                                                                  22:03

„Jalla!“ möchte man den Kundschaftern zurufen, die sich im Auftrage Gottes auf den Weg machen, um das Land zu erkunden, das er dem Volk Israel versprochen hat. Wieder einmal waren es Männer aus jedem Stamm, die diese Aufgabe erfüllen sollten. Keine Aufgabe für verzagte Menschen. Deshalb lesen wir auch in Num 13:20 „Habt Mut und bringt Früchte des Landes mit!“

Können wir uns nicht selbst mit dieser Aufgabe identifizieren? Ist nicht bei jedem Aufbruch in eine neue ungewisse Situation auch immer ein wenig Bauchgrummeln dabei? Das untrügliche Zeichen, dass wir bei aller nach Aussen zur Schau getragenen Selbstsicherheit eigentlich nervös sind? Was wird uns erwarten? Welche Entscheidungen werden wir treffen müssen?

Den jungen Männern wird es nicht anders ergangen sein. Hing es doch von ihren Beobachtungen und Erkenntnissen ab, was sie den Zurückgebliebenen berichten könnten. Ob es ein fruchtbares, reiches Land sein würde oder ob es eher ein dürres Land wäre, das erst von ihnen erweckt werden müsste. Ob es dort Menschen gäbe, die schon länger dort siedelten, oder ob es ein einsames Land wäre? Und falls es dort bereits Menschen gäbe, wie würde sich das Zusammenleben mit ihnen gestalten?

Vierzig Tage zogen sie umher, dann kehrten sie, reich beladen mit Weintrauben, Granatäpfeln und Feigen zurück. Das Bild, das wir hier sehen, steht heute noch als Symbol für den israelischen Tourismus, für die Gastfreundschaft. Zwei Männer, die zwischen sich die Stange mit der prallen Weintraube tragen. Welch wunderbares Bild vom Überfluss des Landes!

Doch sonst berichteten die Männer nichts Gutes über das Land, das sie gesehen hatten. Sie erzählten von furchterregenden Menschen, die unbesiegbar dort leben würden. Heute würde man von „fake news“ sprechen, die nur aus dem Grund verbreitet werden, um z.B. eine Regierung in Misskredit zu bringen. 

Und genau das geschah auch hier. Das Volk murrte wieder einmal, lehnte sich gegen Moses und Aaron auf und verlangte Neuwahlen. Die Angst des Volkes Israel ging sogar so weit, dass sie Moses und Aaron steinigen wollten. Gott ist geneigt, drakonische Massnahmen gegen die Aufmüpfigen, doch Moses fleht ihn an, gnädig zu sein. Aber er beschliesst, dass niemand von denen, die sich immer wieder gegen ihn wenden, das Land der Verheissung nicht erreichen werden. 

Nur zwei Männer behielten einen klaren Kopf und schilderten ausführlich was sie gesehen hatten. Jehoshua, der Sohn Nuns aus dem Stamme Efraims und Kaleb, der Sohn Jefunnes aus dem Stamm Juda. Beide Männer waren später die einzigen ihrer Generation, die das von Gott versprochene Land betreten durften, alle anderen Späher starben unmittelbar nach ihren falschen Berichten. Jehoshua war darüber hinaus derjenige, der nach dem Tod von Moses als Anführer ausgewählt wurde. 

Manchmal ist blindes Vertrauen wichtig, um sich auf Neues einzulassen. Lügen sind nie eine Lösung, noch weniger sind es Verleumdungen. In diesem Wochenabschnitt gibt es viele Bilder, die einen höchstaktuellen Bezug zum Tagesgeschehen haben. Kommt uns diese Bilder bekannt vor???  

Ich wünsche uns, aber auch allen, die Meinungsbildner und Meinungsträger sind, einen klareren Blick auf die Realität und die Fähigkeit, sich dieser auch zu stellen. 

Shabbat Shalom!



Kategorien:Israel, Religion

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