Was geschah am 29. Juni?

30. Siwan 5782

Wahlen 2022:

Während die Regierungskoalition darum kämpft, noch vor der Auflösung der Knesset einige wichtige Gesetzesentwürfe durchzubringen, tut die Opposition alles, um dies zu verhindern

Dazu gehört das Gesetz, welches in Absprache und auf dringende Bitte der USA Israelis ermöglicht, ohne Visum in die USA einzureisen. Dies soll, so die Pläne, ab 2023 möglich sein. Weitere Gesetzesentwürfe betreffen Täter von häuslicher Gewalt und, wie schon in den letzten Tagen, das Verbot von angeklagten und/oder verurteilen MK, als PM zu kandidieren. 

Ein weiterer Punkt betrifft das geplante U-Bahn-Gesetz, mit dem der Ballungsraum Tel Aviv verkehrstechnisch entlastet werden soll. Dies kann frühestens ab 2032 geschehen. 

Und natürlich geht es weiterhin auch um die Festlegung des Wahltermins.

Gibt es keine Einigung zwischen Regierung und Opposition, so wird die Knesset heute um Mitternacht automatisch aufgelöst. 

Das derzeitige politische Hick-Hack zeigt deutlich, mit welchen Shticks und Tricks Israel in den kommenden Wochen und Monaten zu rechnen hat. Bereits jetzt zeichnet sich ab, dass die Knesset wieder einmal, wie schon so oft in den vergangenen 13 Jahren, zu einem Kaspertheater mutiert. 

2.  Der designierte PM Yair Lapid wird in ein Appartement in der Nähe der Balfour Strasse ziehen, sobald dies endgültig mit den notwendigen Sicherheitsmassnahmen ausgestattet ist.  

Dieses Appartement, das bereits als Unterkunft für Wachleute des Shin Bet und als Botschaftsgebäude von Guatemala diente, liegt im unmittelbar benachbarten Talbieh Viertel. 

In den vergangenen Tagen wurden bereits neue Kommunikationssysteme eingebaut und neue Möbel wurden angeliefert.

Mit der Entscheidung, in dieses Appartement zu ziehen, will Lapid vermeiden, der gleichen Kritik ausgesetzt zu sein, wie der derzeitige PM Bennett, der es vorzog, während seiner Amtszeit in seiner privaten Villa in Ra’anana zu bleiben. 

Kultur:

2022 Am 4. September dieses Jahres wird der 81-Jährige Placido Domingo in Tel Aviv ein Konzert geben. Begleitet wird er bei diesem Solokonzert von Eugen Cohen, der das Jerusalem Symphony Orchester dirigieren wird. 

In den fast 70 Jahren seiner Karriere hat Domingo mehr als 150 Rollen gesungen und mehr als 4.100 Aufführungen weltweit bestritten. 

Nachdem ihm 2020 vom “American Guild of Musical Artists” vorgeworfen wurde, sich Kolleginnen gegenüber sexuell belästigend verhalten zu haben, trat er als General Direktor der Oper von Los Angeles zurück. Der Fall wurde vom Gericht abgeschmettert.

Im Juli wird der Sänger, der sowohl als Bariton, als auch als Tenor singt, in der Verdi Oper Nabucco in Spanien aufzutreten. 

Sport:

2022/2023 Das israelische Jugend National Team im Fussball hat einen Sensationserfolg erkämpft. Gegen Frankreich gewann es das Halbfinale des Euro Cups mit 2:1. Am Freitag wird die Mannschaft in Trnava, Slowakei, auf die englische Mannschaft treffen. 

Mit diesem Sieg ist ihnen auch erstmals ein Platz im U-20 Weltcup im kommenden Jahr sicher. Dieser wird in Indonesien ausgetragen. 

Militär:

2021/2022 Nicht nur hübsch aussehen sollen sie, sondern auch gut passen! Während sich IDF Soldaten nach der Grundausbildung auf Wunsch auf Mass geänderte Uniformen zulegen dürfen, gilt dies nicht für die Mannschaftsränge. Dieses Angebot wird hauptsächlich von Soldatinnen in Anspruch genommen

Seit September 2021 fordern die jungen Soldatinnen, dass ihre Uniformen der weiblichen Anatomie angepasst werden müssen. Bisher vorgenommene kleine Änderungen waren unzureichend. 

Aus dem Büro einer IDF Sprecherin erfolgte die Zusage, sich des Problems zeitnah und intensiv anzunehmen. 

Nationalismus:

1898/2022 Betritt man durch das Jaffa Tor die Altstadt so sieht man auf der linken Seite das etwas in die Jahre gekommene, durchaus geschichtsträchtige «Imperial Hotel», das schon den Begleitoffizieren von Kaiser Wilhelm II im Jahr 1898 als Quartier diente.

Seit 1949 ist die christlich-arabische Familie el-Walid Dajani Pächter des Hauses. Gepachtet haben sie das Haus vom griechisch-orthodoxen Patriarchat. Die dritte Generation plant, in die Pachtverträge einzusteigen. 

Jedoch wurden diese Verträge langfristig vom Patriarchat an eine Briefkastenfirma auf den Jungferninseln verkauft. Das teilweise neu renovierte Imperial Hotel mit seinen 44 Zimmern, das anschliessende, ziemlich vernachlässigte Petra Hostel, sowie ein drittes Gebäude gingen für 1.85 Millionen US$ an den neuen Ansprechpartner in Sachen Pacht. 

Hinter der Briefkastenfirma versteckt sich eine extrem religiös-zionistische Organisation namens «Ateret Cohanim». Ziel dieser Organisation unter ihrem Führer Shlomo Aviner ist es, die jüdische Präsenz in Ostjerusalem und in Samaria und Judäa zu festigen. Aviner gilt als radikaler Fürsprecher der Siedlerbewegung. Seine erschreckende Rolle im Zusammenhang mit dem Mord an PM Jitzhak Rabin, den er ausdrücklich befürwortete (!). Mehr noch, er bedauerte, ihn nicht selbst ermorden zu können. 

Dajani, dessen Familie seit 700 Jahren in der Region lebt, fürchtet nun, dass er aus dem Hotel vertrieben werden wird. Damit ginge ein Einkommen verloren, welches für den Unterhalt von 11 Familien dient.

Viel mehr aber fürchtet er, dass die Sicherheit der christlichen Mitbürger in der Altstadt von Jerusalem nicht mehr gewährleistet ist, wenn Ateret Cohanim sich immer mehr ausbreitet.



Kategorien:Aus aller Welt, Israel, Timeline

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