Was geschah am 25. Januar?

23. Shevat 5782

Geschichte:

1153 begann die Belagerung von Ashkelon durch das Königreich Jerusalem. Die eigenen Truppen wurden unterstützt durch die Johanniter und Templer. Das Königreich bestand von 1099 bis 1291. Ashkelon, damals Askalon, war für die Kreuzfahrer strategisch bedeutsam. Bis dahin war die Stadt sowie ein Grossteil des heutigen Ägypten vom Kalifat der Fatimiden besetzt. 

Die Fatimiden sind eine schiitisch-ismailitische Ausformung des Islam, welche im 8. Jahrhundert entstanden war und 1171 durch den sunnitischen Saladin beendet wurde. Ismail, der Namensgeber, war der sechste Imam der Fatamiden. Sein Sohn Muhammad, der siebte Imam, soll, nach ihrem Glauben nicht gestorben sein, sondern in der Verborgenheit leben. Dieser Nachfahre vom Propheten Mohammad, Mahdi, wird in der Endzeit wieder auftauchen und dann alles Übel auf der Welt beseitigen. Die Sehnsucht nach dem erlösenden Auftauchen des Mahdis wird noch heute von einigen islamischen Strömungen so sehr herbeigesehnt, dass sie alles tun, um das Kommen zu beschleunigen. Das kann auch durch eine grosse Katastrophe beeinflusst werden. Eine fanatische Sekte in der islamischen Republik Iran will das Erscheinen des Mahdi durch einen katastrophalen Krieg erzwingen. Mit einem Atomkrieg gegen Israel.

Zurück nach Ashkelon. Eine Eroberung der Stadt hätte zur Folge, dass die islamischen Teile Asiens von denen in Afrika abgeschnitten und damit geschwächt würden. Das Problem war, dass die Festung hervorragend auf eine lange Belagerung vorbereitet war und keine Angriffspunkte gab. Auch aus Europa eintreffende Schiffe konnten den Verteidigungsring nicht sprengen. Im Gegenteil, Verstärkung aus Ägypten konnte ungehindert in die Festung gelangen. Erst der Angriff mit einem mobilen Turm und darauffolgender heftiger Beschuss brachte im August, also nach fast acht Monaten die Verteidiger dazu aufzugeben und abzuziehen. 

Geboren:

1901 wurde Itzhak Stern in Krakau, damals Österreich-Ungarn, geboren. Bekannt wurde der Überlebende der Shoa vor allem durch den Film Schindlers Liste. In diesem Film verkörpert er den Buchhalter von Oskar Schindler. Allerdings muss dazu gesagt werden, dass die dort hinterlegte Biografie nicht der von Itzhak Stern entspricht. Stern studierte Handelswissenschaften an der Universität Wien und Krakau. Vor dem Krieg engagiert er sich in der Jewish Agency in Polen. Seit 1924 arbeitete er bis zur Arisierung des Unternehmens bei einer Handelsfirma in Krakau. Der neue Eigentümer nach der Arisierung, Josef Aue, konnte verschleiern, dass sein Vater jüdisch und er somit Halbjude war. 1939 stellte er Stern seinem Freund Oskar Schindler vor. 

1942 wurde Stern in das Ghetto von Krakau verbracht. Nach der Auflösung 1943 wurde er in das Arbeitslager Plaszow überstellt, wo er bald in die Schreibstube vom Lagerleiter Amon Göth kam. Die Person des Amon Göth wurde, wie mir ein alter Freund und Überlebender erzählte, im Film sehr authentisch dargestellt. Man kann sich also vorstellen, in welcher andauernden Angst Stern und alle anderen, die mit ihm zu tun hatten, gelebt haben. Das Lager wurde 1944 in ein KZ umgewandelt. Damit war sichergestellt, dass Schindler seine Emailwarenfabrik weiterführen und somit den bei ihm beschäftigten Juden das Leben erhalten konnte. Durch das enge Vertrauensverhältnis zwischen Schindler und Stern ergab sich ein reger Austausch. Schindler erhielt Informationen über das Leben im Lager, die er an die Jewish Agency in Budapest weitergab. Gelder, die Schindler für die Insassen des Lagers erhielt, wurden von Stern verteilt. Stern seinerseits sorgte dafür, dass Schindler immer neue und mehr Juden aus dem KZ für sein Unternehmen erhielt.

1944 rückte die Rote Armee weiter vor. Die Liste, auf der 1.100 Namen standen, die mit Schindlers Emailwarenfabrik nach Böhmen verlegt werden sollten, wurde nicht von Stern geschrieben, er war aber bei der Auswahl der Namen mitverantwortlich. Nach einem kurzen Zwischenaufenthalt in Auschwitz wurden die «Schindler Juden» in das KZ Brünnlitz deportiert. 

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges unterzeichneten sie ein Schreiben, in dem bestätigt wurde, dass Schindler alles getan habe, um möglichst viele Menschenleben zu retten. 

Stern verstarb 1969 in Israel.

1954 wurde David Grossmann in Jerusalem geboren. Er studiere Philosophie und Theaterwissenschaft an der Hebrew University in Jerusalem. Anschliessend arbeitete er beim israelischen Staatsrundfunk «Kol Israel», wurde aber 1988 entlassen, nachdem er sich geweigert hatte, zu verschweigen, dass die Palästinenserführung am 1. November einen eigenen Staat ausgerufen hatte. Nachdem der damals wie heute die Merkmale eines Staates nicht erfüllt, ist er nach wie vor kein autonomer Staat, obwohl er von den meisten Mitgliedsstaaten der UNO als solcher anerkannt wird. Das Staatsgebiet wurde nicht definiert, stützte sich aber auf dem UN-Teilungsplan ab und benannte Jerusalem als Hauptstadt. 

Grossmann gilt als einer der wichtigsten Schriftsteller und Friedensaktivisten Israels. 

Was in Israel geschah:

Nach Jahrzehnten der Ungerechtigkeit gegenüber den Überlebenden der Shoa, die in Israel leben, ist nun Bewegung in das eingefrorene System gekommen. Während der letzten drei Jahre ist es dem Ministerium für soziale Gleichbehandlung gelungen, die Daten von etwa 8.300 Menschen ausfindig zu machen. Diese haben aufgrund ihrer Lebensgeschichte den Anspruch auf eine besondere Rente und verschiedene Vergünstigungen. Insgesamt leben 165.800 Überlebende in Israel. Die Gelder, man schätzt US$ 317 Millionen, waren eingefroren worden, nachdem sie nicht eingefordert worden waren. Was führte zu dieser skandalösen Situation? Es kann die mangelnde Kenntnis der hebräischen Sprache gewesen sein, die mangelnde Information über die Möglichkeiten, vielleicht aber auch die Scham, sich Hilfe von aussen zu holen. Einige israelische Banken haben sich mit verschleppter oder verhinderter Auszahlung schlimmer verhalten als die Schweizer Banken mit den «Nachrichtenlosen Vermögen».

Mehr als 50 % der noch Lebenden sind von Wohlfahrtsorganisation oder privaten Spenden abhängig, wenn es um Nahrungsmittel geht. 43 % haben kein Geld für Brillen, 33 % können sich keinen Besuch, geschweige denn eine Behandlung beim Zahnarzt leisten und 27 % müssen weiter schwerhörig bleiben …

Wissenswertes aus aller Welt:

1774 wurde in London das Grand Hotel Covent Garden eröffnet. Bis zu diesem Tag gab es weltweit keinerlei attraktive Unterbringungen für den müden Reisenden. In der Regel musste er sich entweder ein oft ungezieferdurchseuchtes muffiges und feuchtes Strohlager mit anderen teilen oder wenn er ganz viel Glück hatte, eines der wenigen Gastzimmer über der Kneipe ergattern. Nicht viel besser, aber immerhin mit ein wenig mehr Privatsphäre. Wasser wurde vielleicht gebracht, das WC war meist eine Bretterbude im Hof, oder ein «Nachttopf» oder «Potschamberl» stand unter dem Bett. 

Adelige nahmen Quartier bei ihren adeligen Kollegen. In einigen Fällen war auch das nicht das Wahre. So riet Kaiser Wilhelm seinen royalen Kollegen, doch lieber ins vis-à-vis liegende Hotel Adlon zu ziehen, da, so sagte er «gibt es immer heisses Wasser und eine Badewanne im Zimmer».

Der englische Coiffeur David Low hatte die zündende Idee, die die Grundlage für eine riesige Industrie werden sollte, die Hotellerie. Den Namen «Hotel» für die neue Art der Beherbergung leitete er aus dem Französischen ab, wo beispielsweise das Rathaus «Hôtel de Ville» heisst und die Paläste der französischen Adeligen auch als «Hôtel xy» bezeichnet wurden. 

Jedes der Zimmer hatte einen Kamin, der für wohlige Wärme sorgte, kuschelige Daunendecken, im Winter Wärmeflaschen, einen hölzernen Badezuber der mit von Duftstoffen aromatisiertem Wasser gefüllt wurde. 

Den grössten Luxus aber stellte eine Suite dar, die über zwei Räume verfügte und noch dazu den besten Sitzplatz in der Kirche sicherte. 



Kategorien:Aus aller Welt, Israel, Timeline

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