Was geschah am 28. April?

27. Nissan 5782

Holocaust:

1933/45 Um 10 Uhr schrillten heute Vormittag ganz Israel die Sirenen und das Land kam für zwei Minuten zum Stillstand. Nicht nur die Menschen bleiben stehen, wo immer sie sich gerade befinden. Busse und Autos stehen still, für zwei Minuten ist nahezu kein Durchkommen auf den Strassen. Den Alarmknopf gedrückt hatte der Überlebende der Shoa, Brigadegeneral der Reserve Reuven Eyal, 87, gemeinsam mit seiner Enkelin Shani Eyal, die beim Home Front Command dient. Sehr stolz über die ihm zugeteilte Ehre sagt er «Heute habe ich Geschichte gemacht, das war mein persönlicher Sieg.»

Zeremonien finden überall statt, in Schulen, Universitäten, in Militärbasen.  In der Knesset findet gerade eine Veranstaltung mit dem Namen «Jeder Mensch hat einen Namen» statt. Knesset Mitglieder verlesen die Namen der Ermordeten, ihr Alter, die Namen ihrer Eltern und den Ort, an dem sie ermordet wurden. 

In den ehemaligen Konzentrationslagern findet «der Marsch der Lebenden» statt. Traditionell nahmen in den vergangenen Jahren zahlreiche Überlebende der Shoa an dem Marsch teil. Vor zwei Jahren, bevor Covid jede Erinnerungsveranstaltung zum Erliegen brachte, waren es noch 70, in diesem Jahr sind es noch acht.  Vielleicht wird es das letzte Mal sein, dass es diese Teilnehmer gibt. 

2022 Die Präsidentin des Deutschen Bundestages, Bärbel Bas, zündete in der Knesset eine Erinnerungskerze für Irma Nathan (1907 – 1942) an. Irma Nathan lebte in Duisburg, der Heimatstadt von Bas. Sie war Vorsitzende einer jüdischen Wohlfahrorganisation bis sie, genau vor 80 Jahren deportiert und in das Durchgangslager Ghetto Izbica gebracht wurde. Später wurde sie in Auschwitz ermordet.  

Der Chef der Deutschen Bundesbahn, Richard Lutz, nimmt ebenfalls an der Veranstaltung teil, die in diesem Jahr unter dem Titel «Zugfahrten in den Untergang, die Deportation der Juden des Holocaust» steht.  Etwa 3 Millionen Menschen wurden von der Vorgängerorganisation der DB zu den Konzentrationslagern gebracht. Die Kosten mussten von den Deportierten zumeist selbst gezahlt werden. 

2022 Umfragen zeigen, dass Israelis sehr besorgt sind, dass es wieder zu einem Holocaust, kommen könnte und dass «Nie mehr!» für sie nur eine nicht haltbare Floskel ist. 

47 % aller Israelis teilen diese Besorgnis, darunter 55 % der befragten Frauen und 42 % der Männer. 24 % aller jungen Israelis bis zum Alter von 24 Jahren und 12 % im Alter zwischen 25 und 45 Jahren sehen einen neuen Holocaust durchaus als Bedrohung an. Per Selbstdefinition ultra-orthodoxe Juden sind deutlich besorgter als säkulare Juden, bei denen nur 11 % die Entwicklung als bedrohlich ansehen.

Als Hauptgrund für die Sorge wird die Bedrohung durch den Iran angesehen, der mehrfach gedroht hatte, Israel zerstören zu wollen. Das ist der einzige Grund, warum sich der Iran nicht davon abhalten lasssen wird, Atombomben zu bauen. 



Kategorien:Aus aller Welt, Israel, Timeline

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